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Sonntag, 4. Dezember 2016

Der Kuchen ist für alle da


Ich habe nicht vergessen woher ich komme. Ich habe nicht vergessen wer ich mal war. Und ich werde nie vergessen, wie viel Angst ich damals hatte, als ich die Grenze meines Landes zum ersten Mal hinter mir liess.

Vor fast 42 Jahren kam ich in die Schweiz. Belgrad – Zürich, einfach. Es ist nicht besonders schwer Fuss zu fassen, wenn man jung und hübsch ist, hohe Absätze trägt und viel Bauch zeigt. Eine angeborene Redseligkeit kommt auch gut an. Trotz Schwarzenbach Initiative fühlte ich mich in diesem Land von Anfang an willkommen. Den Fremdenhass lernte ich nicht kennen. Ich spürte eher eine Distanz, mit der mir die Schweizer anfänglich begegneten, die mich aber nicht störte. Die Schweizer waren mir ebenso gleichgültig wie ich ihnen auch.

Heute, bei meinem Spaziergang mit dem Hund, sah ich einen unbekannten Mann. Er stand auf einer kleinen Anhöhe am Dorfrand und sah in die Ferne. Seine Hautfarbe und sein Aussehen verrieten einen Asylsuchenden. Seit einiger Zeit leben sie in unserem Dorf, aber ich habe noch nie einen von ihnen gesehen. Mit einer sichtbaren Portion Distanz näherte ich mich dem fremden Mann. Meinen Hund rufe ich bei Fuss, Ausländer haben Angst vor Hunden, habe ich gehört. Als wir nur noch einige Schritte von ihm entfernt waren, drehte er sich um. Noch nie bin ich einem so offenen, fröhlichen Blick am Sonntagmorgen auf meinem Spaziergang begegnet.

„Guten Morgen!“, sagte er. Ein breites Lächeln begleitete seine Worte. Da hat die Integrationsbehörde einen guten Job gemacht, dachte ich und grüsste freundlich zurück.

Einige Schritte weiter schaute ich zurück. Er blickte wieder in die Ferne. Ich erinnerte mich plötzlich an meine Anfänge in der Schweiz. Wie oft habe ich in die Ferne geschaut und an meine Heimat gedacht! Obwohl ich sie freiwillig verlassen hatte, vermisst habe ich sie ständig. Vielleicht ist dieser junge Mann auch freiwillig gegangen. Vielleicht war er gar nicht bedroht. Vielleicht ist er ein sogenannter Wirtschaftsflüchtling. Wer weisst das schon? Ich kann das nicht beurteilen. Was ich kann, ist ein Mensch ohne Vorurteile zu sein. Ein Mensch der denken kann. Und ganz ehrlich: Würden wir nicht auch versuchen unser Glück zu finden, wenn wir nicht in der glücklichen Lage wären, in einem reichen Land zu Hause zu sein?

Deshalb liebe Freunde, seid nicht über die Asylsuchenden verärgert. Sie sind nicht eure Feinde. Sie versuchen nur das Beste aus dem Leben, das ihnen zugeteilt ist, zu machen. Sie sind nicht schuld, dass der Wohlstand auf unserem Planeten ungerecht verteilt ist. Der Wohlstand ist wie ein riesengrosser Kuchen auf den jeder den gleichen Anspruch hat.  Doch sobald sich jemand ein grösseres Stück abschneidet, bleibt für einen anderen weniger, oder gar nichts übrig.

Deshalb liebe Milliardäre, Diktatoren und sonst Mächtige dieser Welt, denkt daran, der Wohlstands-Kuchen ist für alle da! Bevor ihr euch ein riesengrosses Stück, an dem ihr fast erstickt, in den Hals stopft, lasst den anderen auch etwas übrig. Der Kuchen gehört nicht nur euch. Wenn jeder auf dieser Welt das bekäme was ihm zusteht, müsste man keine Zäune errichten, keine Asylzentren bauen, keine Steuergelder vergeuden.

In diesem Sinne, Frohe Festtage!
 
 

Sonntag, 16. Oktober 2016

Ich bat ...

 

Ich bat um Kraft
und Gott gab mir Schwierigkeiten,

die mich stark gemacht haben.


Ich bat um Weisheit
und Gott gab mir Probleme,
die gelöst werden mussten
.


Ich bat um Reichtum
und Gott gab mir das Gehirn und den Körper,
damit ich arbeiten kann
.


Ich bat um Mut
und Gott gab mir Hindernisse,
die ich überwinden musste.

Ich bat um Liebe
und Gott gab mir Menschen,
die Hilfe benötigten.

Ich bekam nie das, worum ich gebeten hatte,
und habe trotzdem alles, was ich brauche.
 

- Meine Übersetzung eines russischen Volksliedes. -

 


 

Montag, 18. Januar 2016

Es geht nichts über eine gute Propaganda - Ništa bez propagande

Es geht nichts über eine gute Propaganda


Man sah es ihnen gleich an, dass sie keine normalen Kunden waren.  Sie stiessen die grosse Eingangstür mit Wucht auf, blieben einen Augenblick stehen, überflogen mit den Blicken schnell den Laden, um sich dann wie Westernhelden im gemächlichen Gang dem Ladentisch zu nähern. John Wayne und Franco Nero, dachte ich und verkniff mir das Lachen.

„Was wünschen Sie?“  Ich stellte meine Frage an den älteren, der wie John Wayne aussah.

 „Bist du Katica Lukinic, geboren 1957?“

Uh, dachte ich, das sind Bullen. Nur sie fragen einen gleich nach dem Jahrgang.

„Ja.“, sagte ich und sah Franco Nero verführerisch an.

Es kann nicht schaden, meine Reize vorsorglich einzusetzen. So für alle Fälle. Wenn die Polizei nach deinem Namen fragt bedeutet das bestimmt nichts Gutes. Doch weder John Wayne noch Franco Nero liessen sich von meinem Augenaufschlag beeindrucken.

„Wo können wir ungestört reden?“, fragte der ältere meinen Chef Milorad, der plötzlich neben mir stand. Er wird wohl aus seinem Büro gesehen haben, dass sie reingekommen waren.

„Worum geht es?“, fragte Milorad.

„Nicht hier!“, schnauzte ihn John Wayne an.  Wortlos zeigte Milorad in Richtung seines Büros. Die verdutzten Blicke der anderen Verkäufer bohrten sich in meinen Rücken, als wir nach hinten gingen.

„Wir müssen mit Katica alleine sprechen.“, sagte der Alte und schlug Milorad die Tür vor der Nase zu.

„Setz dich!“, befahl er und zeigte auf den Stuhl für die Besucher. Er setzte sich auf den Chef Sessel. Der Junge blieb stehen. Die beiden sahen mich  feindselig an. Sie erinnerten mich nicht mehr an meine Westernhelden.

Ich setzte mich und schlug die Beine übereinander. Mein Minirock war dabei so weit nach oben gerutscht, dass es kaum mein Höschen bedeckte. Ich zog ihn nicht nach unten. Doch nicht einmal das zog ihre Blicke an. Sie schauten nur auf mein Gesicht.

„Wir sind von der Staatssicherheit.“, sagte der Alte. In meinem Hals steckte plötzlich ein faustgrosser Kloss.

„Staatssicherheit?“

„Ja. Kannst du dir vorstellen warum?“

„Überhaupt nicht.“, flüsterte ich und zog jetzt doch mein Rock etwas nach unten.

Das war nicht gelogen. Beim besten Willen konnte ich mir nicht vorstellen was die Staatssicherheit von mir wollte. Ich war eine gute Schülerin, meine Familie war dem kommunistischen Regime treu ergeben, mein Stiefvater war sogar Parteimitglied. Es wird sich wohl um eine Verwechslung handeln.

„Wirklich nicht?“

„Nein!“

Er schüttelte den Kopf und sah seinen Kollegen an.

„Immer dasselbe.“

Dieser nickte und lehnte sich an den Fenstersims an.

„Vor ungefähr einem Monat hast du gesagt, dass Kommunisten mal gehängt werden. Erinnerst du dich?“

Oh! Natürlich erinnerte ich mich daran.  Ich hatte das tatsächlich meiner Klassenlehrerin vor der ganzen Klasse gesagt. Aber die Aussage stand in einem ganz anderen Kontext.

Wir waren im letzten Schuljahr der Berufslehre. In diesem Jahr, durften die guten Schüler der Jugendsektion der Kommunistischen Partei beitreten. Als Belohnung, sozusagen, für die guten Noten. Das war damals ein besonderes Privileg. Und obwohl ich, wie die meisten meiner Mitschülerinnen, eine glühende Anhängerin des Kommunismus war,  war für mich klar, dass ich nie der Partei beitreten werde. Daran schuld war mein Grossvater.

„Bleib immer in der Mitte“, hatte er zu mir gesagt, als ich erwähnte, dass ich in diesem Jahr der Partei beitreten darf. „Lehne dich weder zu sehr nach rechts, noch nach links. Tritt der Partei nicht bei. Falle in keiner Weise auf. Denn irgendwann geht dieser Regime unter und dann bist auch du dran, wenn zuvorderst gestanden bist.“

„Der Kommunismus ist das beste System der Welt. Der geht bestimmt nicht unter.“

„Doch. Glaube mir. Die Kommunisten werden untergehen. Ich werde es vielleicht nicht erleben, aber du schon.“

Langsam fing ich mir an Sorgen um meinen Grossvater zu machen. Wie viele alte Leute hing er noch an seinem alten Königreich Jugoslawien. Dass die Monarchie das Volk ausnutzte, und nur um ihr eigenes Wohl besorgt war, wollte er einfach nicht wahr haben.

„Du weisst, dass man dich für diese Worte einsperren kann?“

„Sicher weiss ich das. Aber ich sage das nur dir und nehme nicht an, dass du deinen eigenen Grossvater den Kommunisten auslieferst.“

„Was hast du eigentlich gegen die Kommunisten?“, fragte ich. „Dir geht es heute besser, als unter dem König.“

„Die Kommunisten haben keinen Anstand. Die meisten von ihnen sind nicht von da. Sie haben ihre Posten erhalten weil sie im Krieg gekämpft haben, nicht weil sie etwas können. Sie sind mit ihren Sesseln verwachsen. Was richtige Arbeit ist, davon haben sie keine Ahnung. Die einzige Sorge die sie haben ist, jedem aus ihrer Familien auch einen guten Posten zu verschaffen. Wie soll das auf die Dauer gut gehen?“  

Ich konnte seine Argumente nicht nachvollziehen aber ich achtete meinen Grossvater sehr und wenn er so etwas sagt, wird das seine Gründe haben.  Ich versprach ihm der Partei nicht beizutreten. Schön in der Mitte bleiben. Doch vor der ganzen Klasse zu sagen, dass Kommunisten gehängt werden, war nicht gerade die Mitte, wurde es mir jetzt bewusst. Was habe ich mir nur dabei  gedacht? Nichts. Wie immer, wenn ich in meiner Provozier Phase steckte.  Als junges Mädchen provozierte ich gerne. Fiel gerne negativ auf. Ich rauchte in der Öffentlichkeit, trank bereits mit 15 Alkohol und hing mit den schrägsten Typen der Stadt zusammen. Meine Mutter war stets bemüht mir die Flausen aus dem Kopf heraus zu prügeln, doch mein Kopf schien stärker als ihre Schläge zu sein.

Was ich überhaupt nicht ausstehen konnte, war wenn mich jemand zu etwas zwingen wollte. Egal ob mit Gewalt oder mit subtilen Andeutungen. So war es auch als meine Klasse-Lehrerein Verica uns die Gesuchs-Formulare für den Beitritt in die Kommunistische Partei verteilte.

„Ich brauche es nicht.“, sagte ich zu ihr und gab ihr den Bogen umgehend zurück.

„Was sagst du?“ Sie sah mich an wie jemand der glaubt sich verhört zu haben.

„Ich werde der Partei nicht beitreten.“, antwortete ich klar und deutlich.

Wenn ich ihr eine Ohrfeige gegeben hätte, hätte sie wahrscheinlich weniger geschockt ausgesehen.

„Du wirst was?“ Die  junge Kommunistin hoffte immer noch, sich verhört zu haben. Doch ich zerstörte ihre Hoffnung definitiv.

„Ich werde der Partei nicht beitreten.“, wiederholte ich nochmals.  Mein Blick schweifte dabei von ihr zu meinen Mitschülerinnen. Das Entsetzen blickte zurück. Und Neid. Die meisten von ihnen hätten sich nie getraut unsere Klassen-Lehrerin herauszufordern. Denn sie war zwar nur ein paar Jahre älter als wir aber  sie duldete in keiner Weise Ungehorsam.

„Warum nicht?“ Ihre kleinen, schwarzen Augen zogen sich zu zwei horizontalen Schlitzen zusammen.  Spätestens jetzt hätte es mir klar werden sollen, dass ich die Mitte verlassen habe. Mich zu sehr aus dem Fenster hinausgelehnt habe, wie mein Grossvater es sagen würde. Aber mein Stolz liess keinen Rückzug mehr.

„Ich möchte nicht gehängt werden, wenn der Kommunismus mal untergeht.“

„Was?“

„Regierungen bestehen nicht ewig.“, doppelte ich klugscheisserisch nach.

Eigentlich wollte ich mich nur wichtig machen. Ich glaubte nie im Leben, dass die Kommunisten untergehen würden. Mir gefielen die Parolen mit denen ich gross geworden bin. Ich sah gerne die heldenhaften Partisanenfilme wie „Die Schlacht von Neretva“,  sang gerne und inbrünstig an den patriotischen Anlässen die Jugoslawische Hymne oder die Internationale und  der Spruch „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“, war für mich so etwas wie das „Vater unser“. Und wenn ich nachts wach im Bett lag, war ich glücklich zu wissen, dass irgendwo ein Soldat der Jugoslawischen Volksarmee über meine Sicherheit wacht. Doch ich hatte es meinem Grossvater versprochen und wollte ihn nicht enttäuschen. Vielleicht hatte ich aber den Ernst einer solchen Aussage einfach unterschätzt. Ich erinnere mich nicht mehr. Das war im Jahr 1974. Wer weiss da noch genau warum man damals was getan hatte?

 Verica sagte nichts mehr und legte das Formular gefährlich ruhig  auf ihren Stapel Papier. Nun standen einen Monat später die Staatssicherheitsbeamten vor mir. Ich hatte die Mitte definitiv  verlassen.

„Wer hat dir gesagt, dass Kommunisten gehängt werden?“ Der ältere Beamte schaute mich finster an. Der jüngere blickte zum Fenster aus. Ich lachte nervös.

„Das war nicht so gemeint.“, versuchte ich das Gespräch in eine ungezwungene Stimmung umzuwandeln.

„Wir wissen, dass du rauchst und Alkohol trinkst Woher hast du das Geld dafür? Du bekommst ja kein Taschengeld von deinen Eltern. “ Mir wurde jetzt klar warum sie einen Monat gebraucht haben, bis sie mich aufsuchten. Sie wollten zuerst alles über mich wissen.

„Ich pumpe meine Kollegen an.“ Ich wollte nicht sagen, dass ein hübsches Mädchen auch ohne eigenes Geld regelmässig zu Zigaretten und Alkohol kam. Es gab einige Jungs die sich bei mir gern so einschleimen wollten.

„So jetzt reicht‘s!“ John Wayne wurde plötzlich ungeduldig. „Ich möchte von dir folgendes wissen: Wer hat dir gesagt, dass Kommunisten gehängt werden? Wo trefft ihr euch?“

„Niemand! Das war nur so dahin geredet!“

Plötzlich sah mich der jüngere zum ersten Mal direkt mit seinen kalten, blauen Augen an. „Katica“, sagte er, „wir wissen, dass subversive Elemente aus dem Ausland es auf unsere Jungen abgesehen haben. Sie geben euch etwas Geld, dafür müsst ihr vorläufig nichts tun, nur ein wenig schlecht über den Kommunismus reden.“

„Nein!“, wehrte ich mich. „Ich kenne keine subversiven Elemente! Ich wollte mich einfach nur wichtig machen!“

Plötzlich, wie aus dem nichts, schlug John Wayne mit der Faust auf den Tisch.

„Wer und wo hat dir gesagt, dass Kommunisten gehängt werden?“

„Niemand!  Das war nur so dahin geredet!“

„Wer und wo?“

Egal was ich von nun an geantwortet hatte, es wurde mit der Frage „Wer und wo?“ quittiert.

Nach einer halben Stunde war mein Rock fast bis zu den Knien gezogen, die Wimpertusche über das ganze Gesicht verschmiert und mein Gehirn vollständig sauber.

„Du hast Glück, dass du noch minderjährig bist.“, sagte der Alte bevor sie den Laden verliessen. „Aber wir behalten dich im Augen.“

Und während Milorad mir, nachdem sie gegangen waren, eine angezündete Zigarette zwischen den Lippen steckte, zitterte mein Körper wie noch nie in meinem Leben und ich war überglücklich nur mit einem blauen Augen davon gekommen zu sein. Gut in diesem Augenblick wusste ich noch nicht, dass am Abend mein ganzer Körper blau sein wird, da die Stasi auch meine Mutter in ihrer Fabrik besuchte und ihre Erziehung mit Nachdruck beanstandete. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn du, werte Leserin, werter Leser, jetzt denkst, dass mir mein geliebter Staat von nun an ungeliebt wurde, täuscht du dich gewaltig! Ich war nach dieser Geschichte nicht über den Staat oder den Kommunismus böse, sondern über mich selbst, weil ich, obwohl ich wusste, dass man über den Staat nichts Negatives sagen durfte, es trotzdem getan hatte. Ich war selber schuld.

Der Kommunistischen Partei trat ich trotzdem nicht bei. Sie wollten mich gar nicht mehr. Sie brauchten Mitläufer, nicht Rebellen. Trotzdem habe ich bis heute meine positive Einstellung zum Kommunismus nicht verloren. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das die beste Staatsform wäre. So viel zu arbeiten wie man kann und so viel zu erhalten wie man benötigt, wäre doch schön oder? Doch der Mensch ist nicht dafür geschaffen. Er stellt sein eigenes Wohl über das Wohl der Gemeinschaft. Ob das gut oder schlecht ist, möge jeder selbst für sich herausfinden.
 
 
 


Ništa bez propagande


Po njima se odmah videlo da nisu normalni kupci. Snažno su gurnuli velika dvokrilna ulazna vrata, zastali na trenutak , brzim pogledom preleteli preko regala prodavnice, a onda poput kaubojskih heroja lenjim koracima krenuli ka tezgi. Džon Vejn i Franko Nero, pomislih i prikrih rukom osmeh koji mi se igrao oko usana.
"Šta zelite?" Upitah starijeg, koji je izgledao kao Džon Vejn.
"Jesi li ti Lukinić Katica, rođena 1957. godine?"
Uh, pomislih ja, ovo su policajci. Samo oni odmah pitaju za godinu rođenja.
"Da.", rekoh ja, gledajući zavodljivo Franka Nera.
Nikad ne škodi iz predostrožnosti upotrebiti svoje draži. čisto onako, za svaki slučaj. Jer ako policija već zna tvoje ime i prezimei, to je loš znak. Ali ni Džon Vejn , ni Franko Nero nisu pokazivali ni malo interesa za moje napore.
"Gde možemo nesmetano da pričamo?", upitao je stariji mog šefa Milorada, koji se odjednom našao kraj mene. On je verovatno iz svoje kancelarije video da su ovi, pomalo čudni ljudi, ušli.
"O čemu se radi?", upita Milorad.
"Nećemo o tome ovde govoriti!", zareža na njega Džon Vejn. Milorad bez reči pokaza rukom u pravcu njegove kancelarije. Dok smo išli ka njoj osetih kako se pogledi zabunjenih kolega zabadaju u moja leđa.
"Moramo da razgovaramo sa Katicom na samo.", reče stariji pa zalupi Miloradu vrata pred nosom.
"Sedi!", naredi mi isti pokazujući na stolicu za posetioce. On sede na šefovu. Mlađi je ostao da stoji. Neprijatna tišina nastade za momenat. Oba muškarca gledala su me mračnim pogledima. Više me nisu podsecali na kaubojske heroje.
Sela sam i prekrstila noge. Moja mini suknja se pritom podigla skoro do gaćica. Pravila sam se da to ne primećujem i nisam je povukla na dole. To je bilo moje tajno oružje. Koje sam uvek upotebljavala u za mene neprijatnim situacijama. I oni su muškarci kao i svi drugi. Nema muškarca koji će ostati ravnodušan pred lepim dugim nogama na visokim štiklama. Međutim tog trenutka sam shvatila da ih ima. Dva njihova primera su se nalazila baš ispred mene. Njihovi pogledi nisu ni za jedan jedini momenat skrenuli s mog lica.
"Mi smo iz Državne Bezbednosti.", reče stariji a ja istog momenta osetih u vratu knedlu veličine pesnice.
„Državne Bezbednosti?"
"Da. Možeš li da zamisliš zašto smo došli? "
"Nimalo.", šapnuh i povukoh suknju malo na dole.
To nije bila laž . Uz najbolju volju , nisam mogla da zamislim šta je Državna Bezbednost od mene htela. Bila sam dobar đak, moja porodica je bila lojalna komunističkom režimu, moj očuh je bio čak i član komunističke partije. Verovatno se radi o nekoj zabuni.
"Stvarno?"
"Stvarno!"
On zavrte glavom i pogleda svojg kolegu.
"Uvek isto."
Ovaj klimnu glavom i nasloni se na prozorsku dasku.
"Pre jedno mesec dana si rekla da će komuniste vešati. Da li se toga sećaš?"
O! Naravno da sam se sećala. Rekla sam to mojoj razrednoj starešini, pred celim razredom. Ali, ta izjava je bila u sasvim drugačijem kontekstu.
Ja sam bila u završnoj godini srednje škole. Ove godine , dobri učenici dobijali su pravo da postaju članovi omladinske sekcije mladih komunista. Kao nagradu, što bi se reklo, za dobre ocene. To je bila posebna privilegija. I iako sam kao i većina mojih koleginica bila vatreni sledbenik komunizma, za mene je bilo jasno da ja nikada neću postati clan komunisticke partije. I to zbog mog dede.
"Kreći se uvek u sredini", rekao je on kad sam mu spomenula da ću ove godine pristupiti partiji. "Ne naginji se previše ni na levo ni na desno. Ne ulazi u nikakvu partiju. Ne mešaj je nigde, ne upadaj vlastima u oči. Doći će vreme kad će ovaj režim propasti i onda će svi oni stradati sto sad stoje u prvim redovima."
"Komunizam je najbolji sistem na svetu. On sigurno neće propasti. "
"Hoće. Veruj mi. Komunisti će jednog dana tako brzo nestati kao što su i došli. Ja to možda neću doživeti, ali ti hoćeš."
Kao i puno drugih starih ljudi, on je žalio za starom Kraljevinom Jugoslavijom. Da je monarhija iskorišćavala narod i da je komunizam bio jedini sistem na svetu koji se brinuo za svoje gradjane a ne za novac, nije nikad hteo da shvati.
"Deda, ti znaš da se za ove reči ide u zatvor?"
"Naravno da znam. Ali ja to samo tebi kažem a ne očekujem da ćes svog rođenog dedu izdati komunistima."
"Šta ti imaš baš toliko protiv komunista?", upitah ga malo razdraženo. "Ti danas živiš puno bolje nego pod Kraljem."
"Komunisti nemaju ni kulture ni obrazovanja. Oni su došli iz kojekavih brda, gde su živeli kao divljaci. A sad svi sede u foteljama, ne zato što su pametni, već zato što su se borili u ratu. Šta je pravi rad, nemaju pojma. Jedina briga im je da svakom iz svoje porodice nađu jednu isto tako udobnu fotelju u kojoj će ceo zivot provesti bez rada. Katice, ti si pametna devojka. Kaži mi kako može jedan takav sistem da opstane?"
U ono vreme nisam mogla da razumem njegove argumente, jer su me druge stvari interesovale, ali sam mog dedu veoma cenila i kad je on nešto rekao bila sam sigurna da je to sigurno imalo nekog razloga. Pre nego što smo se rastali obećala sam mu da neću pristupiti partiji i da ću se uvek kretati u sredini. Ali da baš da pred celim razredom kažem da će komunisti biti obešeni, nije bilo mnogo pametno. Šta mi samo bi da uradim takvu glupost? čista provokacija. U to vreme sam volela da provociram. Da privlačim paznju na sebe. Obično s negativnim stvarima. Pušila sam u javnosti, sa 15 godina već pila alkohol i družila se sa najgorim ološem grada. Moja majka je uvek pokušavala da mi batinama izbaci te gluposti iz glave, ali moja glava je bila jača od njenih udaraca.
Jednu stvar nisam nikad podnosila: Kad je neko pokušavao da me na nešto natera. Bilo silom ili suptilnim nagoveštajima. Kao kad je Verica, moja nastavnica fizičkog i razredni starešina, donela obrasce za prijavu u članstvo Komunističke Partije.
"Ne treba mi.", rekoh joj.
"Šta kažeš? " Pogledala me je kao neko ko misli da nije dobro čuo.
"Neću da pristupim partiji.", odgovorih joj jasno i glasno.
Da sam joj udarila šamar bila bi verovatno manje šokirana.
"šta ti nećeš?" Ona se još uvek nadala da nije dobro čula. Ali sam joj ja istog trena tu nadu uništila.
"Neću da pristupim partiji.", ponovih ja još jednom dok mi je pogled sa nje prešao na drugarice. U njihovim očima sam videla strah, nerazumevanje a mozda čak i zavist. Jer ni jedna od njih nikada se nebi usudila da se suprotstavi našoj razrednoj. Mada je bila samo nekoliko godina stariji od nas, neposlušnost ni u kom slučaju nije tolerisala.
"Zašto da ne? " Njene male crne oči skupiše se u dve horizontalne linije . Tog momenta sam shvatila da sam napustila sredinu. Previše sam se nagnula kroz prozor , kako bi to moj deda rekao. Ali moj ponos više nije dozvolio povlačenje.
"Ja ne želim da budem obešena, ako komunizam nekad propadne."
"Šta? "
"Vlade ne traju večno.", dodade ja kao pravi pametnjaković.
Zapravo sam samo želela da se pravim važna. Ja sam verovala u komunizam i ni u snu ne bih pomislila da će ikada propasti. Verovala sam u parole sa kojima sam odrasla . Volela partizanske heroje iz filmova kao što su "Bitka na Neretvi", iz sveg glasa sam pevala jugoslovensku himnu na proslavama a slogan "proleteri svih zemalja, ujedinite se!" bio je za meine kao očenaš. Kad sam kao dete noću budna ležala  u krevetu, bila sam srećna pri pomisli da ima negde vojnik Jugoslovenske Narodne Armije koji mene čuva. Ali obećanje koje sam dedi dala nisam htela da prekršim i samim tim da ga razočaram. A možda sam jednostavno samo potcenila ozbiljnost takve izjave. Ne sećam se. To je bilo 1974. godine. Ko zna danas još tačno šta i pogotovo zašto smo onda baš to radili što smo radili?
Nastavnica Verica stavi moj neispunjeni obrazac bez reči na njenu gomilu papira. I evo sada, mesec dana kasnije, ispituju me organi Državne Bezbednosti. Sto znači da sam sredinu definitivno napustila.
"Ko ti je rekao da će komunisti biti vešani? " Stariji oficir me je pogledao mrko. Mlađi je gledao kroz prozor.
"Ma nisam ja to ozbiljno mislila.“, rekoh ja opušteno.
"Znamo da pušiš i piješ alkohol. Odakle ti pare za to kad ne dobijaš džeparac od roditelja?"
Postalo mi je jasno zašto im je trebalo mesec dana dok su stigli do mene. Treba to sve ispitati i proveriti.
"Pozajmljujem od prijateljica." Nisam htela da im kažem da jednoj lepoj devojci nije potreban novac da dođe do cigareta i alkohola. Bilo je dovoljno momaka koji su mi se na taj način pokušavali približiti.
"Sad je dosta!", viknu Džon Vejn iznenada nestrpljivo. "Želim od tebe sledeće da čujem: Ko ti je rekao da će komunisti biti vešani? I gde ste se upoznali?"
"Niko! To sam ja samo onako bez veze rekla."
Po prvi put me mlađi pogleda direktno sa svojim hladnim plavim očima. " Katice" , reče on , "mi znamo da je naša omladina meta subverzivnih elemenata iz inostranstva. Oni vam vam daju nešto novca, a vaš jedini zadatak je da govorite loše o komunizmu."
"Ne! ", branila sam se." Nemam pojma ni o kakvim subverzivnim elementima! Samo sam htela da se pravim važna! "
Džon Vejn lupi šakom o sto.
"Ko i gde ti je rekao da će komunisti biti vešani? "
"Niko! " To sam samo onako bez veze rekla."
"Ko i gde?"
Bez obzira šta god sam ja od tog momenta rekla njegov odgovor je bio "Ko i gde?"
Nakon pola sata suknja mi je bila skoro kod kolena, maskara razmazana po celom licu a mozak potpuno ispran.
"Imaš sreće što si još uvek maloletna", reče mi stariji pre nego što će napusti radnju. " Ali, mi te nismo zaboravili. Misli uvek na to."
I dok mi je Milorad dodavao upaljenu cigaretu, moje telo se treslo kao nikada pre u mom životu. Ujedno sam bila srećna što me nisu ni dotaknuli. Znalo se da udba dobro zna da batina. No u tom trenutku još nisam znala da ću uveče od mame dobiti takve batine da će mi celo telo biti preplavljeno modricama, jer su Džon Venj i Franko Nero i moju majku posetili u fabrici i izkritikovali je za loše ponašanje ćerke. Ali to je jedna druga priča.
Ako ti, dragi čitaoče, draga čitateljice, sad misliš da ja moju voljenu zemlju od tog momenta više nisam volela, varaš se strahovito! Ja nisam bila ljuta na državu ili na komunizam, već na sebe samu. Jer sam javno govorila o stvarima o kojim sam znala da se ne sme govoriti. Ni na kraj pameti mi nije palo da to nije bilo ispravno kako se služba bezbednosti prema narodu ponašala. Za meine je to bilo potpuno normalno. Tako smo mi bili vaspitani. Da krivicu uvek tražimo u sebi.
član komunističke partije, ipak nisam postala. I da sam htela ne bi me više primili u svoje redove. Njima su trebali sledbenici, a ne pobunjenici. Uprkos svemu tome do dan danas nisam izgubila moj pozitivan stav prema komunizmu. I dalje sam uverena da bi to za čovečanstvo bio najbolji oblik vladavine. Da radiš koliko možeš a zariadiš koliko ti treba. Zar to ne bi bilo lepo ? Al ljudska bića nisu za to stvorena. Oni svoje dobro stavljaju pred dobrobit zajednice. Da li je to dobro ili loše, treba svako za sebe sam da pronađe.

 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Der vergessene Traum - Zaboravljena želja

Der vergessene Traum

 
„Lieber Gott, bitte nimm mich zu dir.“
Wie jeden Abend vor dem Schlafengehen, fing Robert mit diesen Worten sein Gebet an. Darauf folgte die Begründung seiner Bitte.

„Das Leben, zu dem du mich verdammt hast, hätte ich mir, wenn ich wählen könnte, nie ausgesucht. Genauso hätte ich mir die Welt in der ich immer noch leben muss, nie gewünscht. Ich habe zwar ein schönes Zimmer mit Bad für mich alleine, meine eigenen Möbel, einen topmodernen Fernseher, und werde rundum von netten Mädchen aus dem Balkan liebevoll betreut, doch ich gehöre schon lange nicht mehr hierher. Alle meine Freunde sind schon tot, meine Söhne starben schon vor vielen Jahren, meine Frau auch vor kurzem. Enkelkinder habe ich keine. Ausser den Pflegerinnen, öffnet niemand meine Zimmertür.“

Wehleidig und klagend hörten sich seine Worte an. Mit jedem neuen Tag dauerte die Auflistung seines Leidens länger, in der Hoffnung, dass sich der Herrgott irgendwann seiner erbarmt und ihn zu sich nimmt.

„Diese Welt ist nicht mehr die meine. Mein Augenlicht ist immer noch gut, ich kann ohne Brille lesen aber was nützt mir das, wenn ich dabei ständig einschlafe. Mein Gehirn funktioniert noch problemlos, was in einem Altersheim nicht gerade nützlich ist, da die meisten meiner Mitbewohner bereits in einer eigener Welt leben zu der ich keinen Zugang habe. Sie sitzen den ganzen Tag im Aufenthaltsraum in ihren Rollstühlen, von den Pflegerinnen wie Blumentöpfe am Fenster aufgereiht, während der Fernseher in ohrenbetäubender Lautstärke läuft, den man genauso abstellen könnte, da ihn sowieso niemand zu bemerken scheint. Die meiste Zeit verbringe ich in meinem Zimmer und schaue fern, nicht weil mich der Mist der ununterbrochen gesendet wird interessiert, sondern damit es nicht so ruhig ist. Da spielt es auch keine Rolle, dass ich immer wieder einschlafe, da alles sowieso ständig wiederholt wird. Manchmal gibt es aber auch Sendungen die mich interessieren, doch ich verstehe nur die Hälfte des gesagten, denn die Umgangssprache hat sich so verändert, dass man sie nur noch versteht, wenn man des Englischen mächtig ist, was ich aber nicht bin.“
Robert drückte seine gefalteten Hände ganz fest zusammen und kam zum Finale.
„Lieber Gott, ich war immer ein guter Mensch und habe immer an dich geglaubt. Jetzt bin ich 92 und habe genug gelebt. Warum holst du mich nicht zu dir? Was habe ich getan, dass du mich so strafst?“
„Nichts hast du falsch gemacht, mein Sohn!“, hörte Robert plötzlich eine Stimme. Sein Herz stand einen Augenblick still. Dann fing er an wie wild zu schlagen, nicht aus Angst, sondern aus Freude. Als ein gläubiger Mensch fühlte er sofort, dass der Herrgott zu ihm gesprochen hat.
„Oh, mein Herr!“, sagte er demütig. „Du hast meine Gebete erhört!“
„Ja. Aber nicht so wie du es dir wünschst.“
"Du nimmst mich nicht zu dir?“
„Nein.“
„Warum nicht?“, fragte Robert traurig.
„Weil du ein guter Mensch bist und ich möchte dir den Übergang erleichtern.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Wenn Menschen sterben, passiert ihr Leben vor ihren Augen Revue. Sie erkennen, was sie richtig und was falsch gemacht haben. Und sie sehen was sie nicht gemacht haben. Dann bekommen sie einen starken Wunsch es noch zu tun und möchten nochmals zurück. Aber dann ist es bereits zu spät. Sie können nicht mehr zurück. Trotzdem sträuben sie sich das Leben zu verlassen und wollen mit ganzer Kraft nochmals zurück um das Verpasste noch zu erledigen.“
„Sie erleben den Todeskampf?“, fragte Robert, obwohl es ihm eigentlich klar war.
„Ja. Sie leiden, weil sie nicht loslassen können.“, fuhr die Stimme fort. „Du bist ein guter Mensch und deshalb möchte ich dir das ersparen. Du bist noch nicht bereit zu gehen. Es gibt noch etwas, das du tun wolltest und nicht getan hast. Tue es!“
„Ich habe keine Wünsche mehr, ausser zu dir zu kommen.“
„Doch, du hast einen grossen Wunsch. Aber du hast ihn vor vielen Jahren begraben. Versuche dich daran zu erinnern.“
„Ich habe keine Wünsche!“, sagte Robert leicht gereizt.
„Zweifelst du etwa an meiner Kompetenz?“
„Nein! Nein! Auf keinen Fall, mein Herr! Mir ist es einfach nicht bewusst, dass in meinem Leben noch etwas offen ist.“
„Also, ich helfe dir. Versuche jeden Tag an deine Kindheit und Jugend zu denken. So oft du kannst. Setz dich hin, schalte den Fernseher aus und versuche dich an so viele Details wie möglich zu erinnern.“
„Und was würde mir das jetzt nutzen? Ich bin alt und in einem Altersheim. Meine Möglichkeiten sind sehr begrenzt.“
Eine Antwort darauf bekam er nicht. Die Verbindung schien unterbrochen zu sein.
Am nächsten Morgen erwachte Robert, erst als Tanja, seine Lieblingspflegerin, das Zimmer betrat.
„Robert, bist du krank?“, fragte sie besorgt. „Ich habe dich beim Frühstück vermisst.“
Robert war ein Befürworter des „Du“. Er bot allen Menschen die seinen Lebensweg kreuzten sofort das „Du“ an.
„Wie spät ist es?“
„Neun.“
„Oh!“ Robert erinnerte sich sofort an die Begegnung der letzten Nacht. Nicht einen einzigen Augenblick zweifelte er, dass der Herrgott wirklich zu ihm gesprochen hat.
„Tanja, bist du so lieb und bringst mir einen Kaffee aufs Zimmer? Ich habe heute keine Lust den Wintergarten zu passieren.“
Tanja kannte sein Unbehagen, wenn er an den am Fenster aufgereihten Mitbewohnern vorbeigehen musste.
„Kein Problem, Robert. Du hast heute den vollen Zimmerservice.“
Was für eine nette Frau, dachte Robert. Wie die meisten Pflegerinnen vom Balkan. Das liegt wohl daran, dass sie starke Familienbande haben. Ihm gefiel es, dass sie ihn immer mit Respekt behandelten, nicht wie ein Kind, wie viele Pflegerinnen hierzulande es unbewusst taten. Tanja mochte er besonders, weil sie die Blüte der Jugend schon längst hinter sich gelassen hat. In ihrer Gesellschaft fühlte er sich nicht so alt und hässlich, wie in der Gesellschaft ihrer jungen Kolleginnen.
Den ganzen Morgen, versuchte Robert so viel wie möglich an seine Kindheit zu denken. Aber ein vergessener Wunsch kam nicht zum Vorschein. Nach dem Mittagessen war die Jugend dran. Zunächst schien er auch hier nicht erfolgreich zu werden, doch dann erinnerte er sich an seine Hochzeitsreise. Marie und er verbrachten zwei Wochen an der Jugoslawischen Adria. Sie hatten damals nicht viel Geld und konnten sich kein Hotel, sondern nur eine Privatunterkunft leisten. Doch die Familie war ein Vorbild an südländischer Gastfreundlichkeit und ihr Haus, das auf einer Klippe hoch über dem Meer gebaut war, strotzte vor wilder Schönheit. Sie entschlossen sich zu sparen, um irgendwann ein solches Haus, am liebsten mit einem Weinberg, an der Adria zu kaufen. Doch dann kamen die Zwillinge und das Geld reichte kaum für das Leben aus. Ans Sparen für das Haus war definitiv nicht mehr zu denken, als sich die beiden fürs Medizinstudium entschieden. Dass ihre Söhne gemeinsam in einem sinnlosen Autounfall sterben mussten, kurz bevor sie ihr Studium beenden konnten, brachte  Marie um den Verstand. Sie wandte sich vom Herrgott ab und fing mit dem Trinken an. Sie führten nie mehr ein normales Leben und als sie starb, war das nicht nur für sie, sondern auch für ihn eine Erlösung. Trotz allem hat Robert nie daran gezweifelt, dass sein Schicksal einen Sinn hatte und, dass Herrgott es mit ihm gut meint. Irgendwann zwischen dem Tod seiner Söhne und dem Tod seiner Frau, begrub er den Traum vom Leben an der Adria, ohne es zu bemerken. Er verschwand vollkommen aus seinen Gedanken, als ob es ihn nie gegeben hätte.
„Ist der Fernseher kaputt?“, fragte Tanja, als sie das Zimmer betrat. Sie kam immer kurz vorbei bevor ihre Schicht endete.
„Nein. Ich muss nachdenken.“
„Worüber?“
„Ob ich etwas in meinem Leben verpasst habe.“
„Du machst mir Angst, Robert!“ Die Pflegerin sah ihn besorgt an.
Er erzählte ihr alles über die Begegnung der letzten Nacht, und über seine neue Aufgabe im vollen Bewusstsein, dass sie ihn womöglich für verrückt halten könnte. Doch sie hörte ihm gelassen zu, ohne etwas zu sagen, als ob er ihr erzählt hätte was gestern zum Abendessen gab.
„Tanja, ich habe festgestellt, dass mein Traum von einem Haus hoch über dem Meer immer noch da ist. Ich habe ihn einfach ignoriert, weil mich das Leben dazu getrieben hat. Doch so wie mir damals das Geld gefehlt hat, fehlt mir jetzt die Kraft und der Mut, seine Erfüllung in Angriff zu nehmen.“
„Ich habe eine Cousine an der Adria. In der Nähe von Dubrovnik.“, sagte Tanja. „Sie hat ein Haus direkt über dem Meer. Mit mehreren Wohnungen. Eine davon ist gerade frei geworden. Ich kann sie mal anrufen, wenn du möchtest.“
Das Glück schien plötzlich zum Anfassen nah. Er wagte es kaum daran zu denken. Zu gross war seine Angst, dass wieder etwas dazwischen kommen könnte.
„Und wie komme ich dorthin?“, fragte er in Mangel einer gescheiteren Antwort.
„Es gibt Züge, Autobusse, Flugzeuge, Autos…“
„Ja, ja, ja! Ich weiss was du sagen willst. Aber ich bin 92!“
„Du musst nur sagen, dass du die Wohnung willst. Den Rest lass meine Sorge sein.“
Er war noch nicht in der Lage sich auf den Traum einzulassen. Zu viele Ängste und Unsicherheiten waren mit diesem Vorhaben verbunden. Zu lange war er schon in seiner Aussichtslosigkeit erstarrt.
„Ich werde es mir überlegen.“, sagte er und schaltete den Fernseher ein.
„Gut. Mach du das. Also dann einen schönen Abend!“, sagte Tanja und machte sich auf den Weg.
„Begleitest du mich?“, fragte er spontan, gerade als sie das Zimmer verlassen wollte.
Sie blieb einen Augenblick stehen, bevor sie sich umdrehte.
„Als was?“, fragte sie.
„Als meine Pflegerin! Was sonst?“, sagte er verlegen.
„Keine schlechte Idee!“, sagte sie. „Für den Anfang.“
Er wollte noch fragen wie sie das gemeint hat, doch sie lachte und schloss die Tür hinter sich.
An diesem Abend fing Roberts sein Gebet mit „Lieber Gott, bitte lass mich noch ein paar Jährchen hier bleiben.“ an.

 

 Zaboravljena želja

"Dragi Bože, molim te povedi me u tvoje carstvo."

Kao i svake večeri pre spavanja Robert je počeo sa ovim rečima svojou molitvu. A onda je kao i uvek nastavio sa objašnjavanjem.
"Život na koji si me osudio, ja nikada sebi ne bih izabrao. Isto tako ne bih nikad ni ovaj svet u kojem moram da živim poželeo. Iako imam lepu sobu sa kupatilom, svoju nameštaj, moderan televizor, i divnu negu ljubaznih medicinskih sestara sa Balkana, nije to više moj svet. Svi moji prijatelji su već mrtvi, sinovi su mi još kao mladi poginuli, a nedavno mi je umrla i supruga. Unuke nemam. Osim medicinskih sestara, niko mi nikad ne otvori vrata."
Tužno i plačno zvučale su reči njegove molitve a svakim novim danom nabrojavanje njegovog stradanja trajalo je duže, u nadi da će se Gospod Bog sažaliti na njega i pozvati ga u svoje carstvo.
"Ovaj život više nije ono što je nekad bio. Vid mi je još uvek dobar, mogu da čitam bez naočara, ali šta mi to vredi kad odmah zaspim čim počnem da čitam. Moj mozak još uvek funkcioniše bez ikakvih problema ali mi to u staračkom domu ništa ne pomaže jer većina njegovih stanovnika već živi samo u nekom svom svetu u kome ja nemam pristup. Oni po ceo dan sede u salonu u invalidskim kolicima, postrojeni od medicinskih sestara kao saksije na prozoru, uz zaglušujuću buku televizora, kojeg i ovako niko ne gleda. Najveći deo vremena provodim u svojoj sobi gledajući televiziju, ne zato što mi se te gluposti što pokazuju sviđaju, već da bi ubio tišinu. Tu nije ni bitno ako zaspim, jer se sve ponavlja bezbroj puta. Ponekad, postoje i programi koji me zanimaju, ali polovinu onoga što pričaju ne razumem, jer je govorni jezik promenjen, tako da samo oni koji govore engleski mogu potpuno da ga razumeju."

Robert pritisne svoje sklopljene ruke jos čvršće i krene u finale svoga žalospeva.
"Dragi Bože, ja sam uvek bio dobar čovek i uvek sam verovao u tebe. 92 godina sam star i dosta sam živeo. Zašto me ne pozoveš kod sebe? Šta sam zgrešio da me tako kažnjavaš?"

"Ništa nisi zgrešio, sinko!", čuo se odjednom nečiji glas. Robertovo srce prestade na trenutak da kuca. A onda poče mahnito da udara, ne od straha, već od radosti. Kao pobožan covek odmah je osetio da mu se je Gospod Bog lično obratio.
"Oh, Gospode!", rekao je on ponizno. "Ti si konačno čuo moje molitve!"

"Da. Ali nisam došao po tebe."
"Nećeš da me povedeš u tvoje carstvo? "

"Ne."
"Zašto?", upita Robert tužno.

"Zato što si dobar čovek. želim da ti olakšam dolazak, kad za to dođe vreme."
"Ne razumem."

"Kada ljudi umiru, ceo život prođe im u jednom momentu pred očima. Oni shvataju šta su dobro a šta loše uradili. Isto tako i vide šta su propistili da urade. Onda dobiju jaku želju da to još urade i žele da se ponovo vrate. Ali za to je već prekasno. Od tog momenta nema više povratka. Ali oni to neznaju i bore se svom svojom snagom da se ponovo vrate u svoj život da završe nedovršeno."
„I onda padaju u agoniju?“ upita Robert, mada je odgovor već slutio.

"Da. Oni pate jer imaju osećaj da su nešto propustili. Ti si dobar čovek i zato želim da te tog poštedim. Ti još nisi spreman za odlazak iz tvog života. Postoji još nešto što si želeo da uradiš a nisi uspeo. Uradi to!"
"Ja ne želim više ništa, osim da dođem kod tebe."

"želis. Ti imaš još jednu veliku želju. Ali si je sahranio pre mnogo godina. Pokušaj da je se setiš. "
"Nemam ja nikakvih želja!", reče Robert već pomalo ljutito.

"Ti sumnjaš u moje sposobnosti?"
"Ne! Ne! Oprosti mi Gospode! Ja jednostavno nisam svestan da u mom životu ima još nečeg nedovršenog."

"Pa, hajde ja ću ti pomoći. Pokušaj svaki dan da misliš na svoje detinjstvo i mladost. što češće možeš. Sedi, isključi televizor i pokušaj da se setiš što više detalja."
"A šta mi to sada koristi? Ja sam star i u staračkom domu. Moje opcije su veoma ograničene."

Odgovor na to pitanje Robert nije dobio. Veza je bila prekinuta.
Sledećeg jutra se Robert probudio, tek kad je Tanja, njegova najdraža medicinska sestra, ušla u sobu.

"Roberte, da li si ti bolestan? " Upita ga ona zabrinuto." Nedostajao si nam za doručkom."
Robert je sa svim ljudima koje poznavao bio na „ti“. Već pri upoznavanju je predlagao da odmah pređu na "ti“.

„Koliko je sati?", upita je on.
"Devet."

"O!" Robert se prisetio sinoćnjeg susreta. Ni jednog momenta nije posumnjao da je Gospod Bog zaista razgovarao sa njim.
"Tanja, da li bi mi donela kafu u sobu? Ne ide mi se danas kroz staklenu baštu."

Tanja je znala da on ne voli da prolazi pored postrojenih stanovnika u dnevnom boravku.
„Nema problema, Roberte. Danas imaš kompletnu sobnu uslugu.“
 
Kakva fina žena, pomisli Robert. Kao i većina medicinskih sestara sa Balkana. To je verovatno zato što oni imaju jake porodične veze. Sviđalo mu se je što su mu se uvek obraćale sa poštovanjem, a ne kao prema malom detetu, što medicinske sestre ovde često nesvesno rade. Tanju je posebno voleo, jer je bila malo starija, skoro pred penziju. U njenom društvu se nije osećao toliko star i ružan, kao u društvu njenih mladih koleginica.
Tokom jutra, Robert je pokušavao da misli o svom detinjstvu koliko god je mogao, ali nijedna zaboravljena želja nije došla na svetlost. Posle ručka, razmišljao je o prvim izlazcima, igrankama i devojkama. Već kad je mislio da i ovde neće biti uspešan, setio se kako je upoznao Meri i njihovog medenog meseca. Meri i on su proveli dve nedelje na Jadranskom moru. U to vreme nisu imali dosta novca za hotel već samo za privatni smještaj. Ali ta porodica kod koje su boravili bila je veoma lep primer jugoslovenskog gostoprimstva a njihova kuća, koja je bila sagrađena na litici visoko iznad mora, bila je nezaboravan primer divlje ljepote. Još za vreme odmora odlučili su se da štede koliko kod mogu i da kad tad kupe jednu takvu kuću, sa vinogradom, na Jadranu. Ali onda su se rodili blizanci, i novac je jedva pokrivao osnovne potrebe života. Od štednje za kuću su se definitivno morali oprostiti kad su im se oba sina odlučila za medicinske studije. Pred sam kraj studija sinovi su im zajedno poginuli u jednoj tragičnoj saobraćajnoj nesreći. To je Merin mozak poremetilo i ona je okrenula Bogu leđa i počela da pije. Nikada više nisu vodili normalan život, a kada je ona umrla, to je ne samo za nju već i za njega bilo spasenje. Uprkos svemu, Robert nikada nije sumnjao da je njegova sudbina imala značenje i da je Bog uz njega. Negde između smrti sinova i smrti supruge, sahranjen je bio i njegov san o životu na Jadranu. On je jednostavno i neprimetno nestao iz njegovog života, kao da nikada nije ni postojao.

"Da li je televizor pokvaren?", upita Tanja, kad je ušla u sobu. Ona je obavezno neposredno pored završetka njene smene navratila da se pozdravi.
"Ne. Moram da razmišljam."

"O čemu?"
"Da li sam nešto propustio u životu."

"Plašiš me, Roberte!", reče sestra zabrinuto.
Bez velikog razmišljana da li će Tanja pomisliti da je skrenuo pameću, ispričao joj je sve o sinoćnjem gostu i o zadatku koji mu je dao. Ona ga je odslušala smeškajući se, bez komentara, kao da joj je pričao šta je sinoć jeo za večeru.
"Tanja, otkrio sam da moj san o kući sa pogledom na more još uvek postoji. Ja sam ga jednostavno ignorisao, jer me je život na to naterao. Ali kao što mi je onda novac nedostajao, tako sada nemam vise ni hrabrosti ni snage da ga ostvarim."
"Ja imam rođaku na Jadranu. U blizini Dubrovnika“, reče Tanja. Ona ima kuću neposredno iznad mora. Sa nekoliko stanova. Jedan od njih je upravo postao slobodan. Mogu je nazvati ako želiš."

Odjednom je sreća Robertu izgledala na dodir blizu. Jedva se usudio da misli o tome. Preveliki je bio njegov strah da će se opet nešto pred njim isprečiti.
"A kako da stignem tamo? " Upita on u nedostatku pametnijeg odgovora.

"Pa znaš postoje vozovi, autobusi, avioni, automobili ... "
"Da, da, da! Znam šta hoćeš da kažeš . Ali ja sam 92 godine!"

"Ti samo kaži dali stan želiš. Ostalo prepusti meni."
On još uvek nije bio u stanju da prihvati tu mogućnost za ostvarenje svoje velike želje. Previše nesigurnosti i strahova bili su vezani sa ovim projektom. Predugo je bio paralizovan od svoje bezpomoćnosti.

"Razmisliću o tome.", reče on i uzme daljinski da ukljuci televizor.
"Dobro. Kako želiš. Prijatno veče!", reče Tanja, i krenu ka vratima.

"Da li bi ti išla sa mnom?", viknu on odjednom za njom i u istom momentu se uplaši od samoga sebe.
Tanja zastade i pričeka nekoliko sekundi pre nego što se okrenula.

"Kao šta?", pitala je .
"Kao medicinska sestra! Šta drugo?“, reče on smeteno.

"Nije loša ideja!", odgovori ona smešeći se. "Za početak."
On je hteo da je pita kako je to mislila, ali ona ne sačekavši njegovo pitanje zasmeja se i zatvori vrata za sobom.

Te večeri, Robert je započeo svoju molitvu sa "Dragi Bože , molim te ostavi me da još koju godinu poživim.“