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Dienstag, 24. März 2020

Mein Trip nach LA in der Corona Zeit - Teil 7


Tag 7

Alejandro



 

Und nun wer ist dieser Alejandro Patino? Und was habe ich mit ihm zu tun?

Alejandro ist ein Philanthrop – eine den Menschen bzw. der Menschheit freundlich gesinnte Person. Hat mal ein Freund von ihm gesagt. Besser könnte man ihn nicht beschreiben. Alejandro ist ein amerikanischer Schauspieler. Doch auf seine Karriere möchte ich hier nicht gross eingehen. Darüber kann man in Wikipedia unter  https://en.wikipedia.org/wiki/Alejandro_Patino  lesen. Ich möchte den Mensch Alejandro beschreiben.

Alles was Alejandro macht, macht er leidenschaftlich. In den jungen Jahren tanzte er. Ich habe eine Ballett-Nummer mit ihm gesehen. Er bewegte sich elegant mit unendlich viel Grazie. Seit ich seine Familie tanzen gesehen habe, weiss ich – den Patinos liegt das Tanzen im Blut. Alejandro singt auch sehr gut und sehr gerne. Er spielt auch Gitarre.

Er liebt Sozialen Medien. Nein, er liebt sie nicht nur, er lebt darin. Er ist omnipräsent im Facebook und Instagram, Twitter braucht er nur für seine politischen Meldungen. Er setzt sich für die Uramerikaner, für die Arbeiter, für die Gewerkschafter, für seine Freunde die gerade für ein Projekt Werbung machen. Er postet lustiges, kurioses, ernstes, trauriges. Oft grüsst er seine Freunde persönlich im Facebook, wenn er sieht, dass sie online sind. «Good mornig! How are you doing?» Er ist mit ganzer Welt befreundet. Auch mit meiner Mutter, meiner Schwester, meiner Nichte, meinem Ehemann. Er liebt es Freundschaften zu schliessen!

Als Schauspieler finde ich ihn grossartig. Er redet mit seinem Gesicht. Wofür andere mehrere Sätze brauchen, schafft er es mit einem einzigen Gesichtsausdruck. Ich bin überzeugt, dass der Grund warum er nie den grossen Schauspielerischen Durchbruch geschafft hat, nicht an seinen schauspielerischen Qualitäten lag. Es lag an seinem Aussehen, meiner Meinung nach. Alejandro hat ein typisches mexikanisches Gesicht. Er ist sozusagen der Prototyp eines Mexikaners. Das reduziert natürlich das Angebot der Rollen enorm. Er kann nur den Mexikaner spielen! Und wenn man ehrlich sein will, sind solche Rollen oft ziemlich stereotyp.

Grosses Glück hatte Alejandro als er die Hauptrolle im «Papi Chulo» bekam. Er spielte auch hier einen Mexikaner aber diese Rolle war alles andere als stereotyp. Er spielte Ernesto, einen mexikanischen Tagelöhner, der täglich vor einem Handwerker Laden auf temporäre Jobs wartete. Eines Tages nahm ihn Sean, ein berühmter Wettermann aus LA mit. Er sollte seine Terrasse streichen. Obwohl Ernesto nicht English sprach und Sean nur einzelne Wörter Spanisch, entwickelt sich bald eine Freundschaft zwischen den zwei ungleichen Männern. Das war die perfekte Rolle für Alejandro! Da er nicht viel reden konnte, musste er seine Gefühle und seine Gedanken mit dem Gesichtsausdruck zeigen. Und das ist seine Stärke! Ich finde den Film grossartig! Nicht zuletzt wegen der Performance von Alejandro.

Die Rolle von Sean spielte Matt Bomer, der aus Serien wie «White Collar» und «The Last Tycoon», sowie aus Film «Magic Mike» bekannt ist. Zu jener Zeit war ich ein grosser Fan von Matt Bomer. Ich verfolgte alles über ihn und hatte bereits einige Kontakte mit den anderen Fans, unter anderem mit seinem wahrscheinlich grössten Fan auf der Welt, Patricia aus Wien. Wir lernten uns in New York kennen, als Matt Bomer am Brodway spielte. Wir verstanden uns auf Anhieb und entschieden uns, von nun an Matt gemeinsam nachzureisen, wenn er einen öffentlichen Auftritt hat. Bald hörten wird, dass er in einem Film namens «Papi Chulo» eine Rolle bekommen hatte, zusammen mit Alejandro Patino einem amerikanischen Schauspieler mit mexikanischen Wurzeln.

Da Matt Bomer 600 000 Follower im Twitter hatte, war es fast unmöglich von ihm wahrgenommen zu werden. Umso einfacher war es mit Alejandro Patino in Kontakt zu treten. Er hatte nur 800 Follower und war noch auf Support der Fans angewiesen. Bald waren wir mit ihm in Twitter, Instagram und Facebook befreundet. Ich gebe es zu, am Anfang war es reines Kalkül. Wir erhofften uns durch Alejandro auch an Matt näher ranzukommen, wenn wir zu der Premiere reisen werden. Doch wie länger wir per Sozialen Medien kommunizierten, umso mehr war uns Alejandro nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Mensch sympathisch. Als es bekannt wurde, dass «Papi Chulo» an einem Festival in London gezeigt wird, begannen Patricia und ich unsere Reise zu planen. Wir fragten Alejandro, ob er mit uns in London etwas trinken würde und er sagte zu. Mann waren wir stolz! Wir waren mit einem Hollywood Schauspieler verabredet! Einem der sogar Matt sehr gut kannte. Er wurde sozusagen zu Brücke zwischen uns und Matt.  Doch wir waren uns bis zuletzt nicht ganz sicher, ob das Treffen wirklich stattfinden wird, oder ob Alejandro das nur so sagte.

Am Tag der Premiere warteten einige Hundert Fans auf die Schauspieler vor dem Kino. Die meisten warteten auf Matt Bomer. Patricia und ich hielten Ausschau auch nach Alejandro. Plötzlich kam er zu Fuss über den Platz. Teilweise wurde er gar nicht wahrgenommen, im Gegensatz zu Matt der sich von Fans nicht retten konnte. Er erkannte uns sofort.

«Ah, du bist Patricia! Und du Katia!», rief er erfreut. Wir machten Fotos und wechselten einige Worte. Inzwischen haben ihn die anderen «Papi Chulo» Fans auch entdeckt und es ging los mit Selfies und Autogrammen.

«Ich sehe euch nach dem Kino», sagte er zu uns bevor wir uns in Richtung Matt, der gerade über den Platz lief, bewegten. «Wartet hier. Ich werde euch da abholen.»

Bis zuletzt war ich mir nicht sicher, ob er wirklich kommt. Doch er kam. Er umarmte mich und Patricia und lief mit uns durch die ganze Fangemeinde, die sich noch auf dem Platz taumelte. Eva, ein anderer Fan von Matt aus Holland, die mit uns zusammen nach London kam, war aber gerade weg. Da wir nicht wussten wo sie gerade war, gingen wir ohne sie. Alejandro war nicht alleine. Er hatte Donald, einen Freund dabei, den er aus LA kannte und der jetzt in London wohnte.

«So Girls», fragte uns Alejandro. «Wohin möchtet ihr gehen?»

«Keine Ahnung», antwortete ich. «Hast du Hunger? Oder gehen wir nur was trinken?»

«Etwas essen möchte ich schon», sagte er.

Wir liefen gerade an einer grossen Bar vorbei. Dort schien ziemlich viel los zu sein.

«Wollen wir mal hier rein?», sagte er.

«Ok. Warum nicht?»

An der Tür hielt uns Security auf.

«Zu der Papi Chulo After Party», sagte Alejandro zu dem Mann.

Er liess uns durch – alle vier.

Alejandro ging voraus, dann Donald und am Schluss Patricia und ich.

«Hast du das gehört?», flüsterte ich in Patricias Ohr. «Er nimmt uns zu der Papi Chulo Party!»

Unser kühnster Traum ging in Erfüllung! Wir werden bei der After Party "unseres" Filmes sein. Gemeinsam mit Matt und Alejandro den Hauptdarstellern. Wir konnten unser Glück kaum fassen.

Als wir in den ersten Stock ankamen, sahen wir Matt sofort. Er war an der Theke vertieft im Gespräch mit jemanden. Wir setzen uns an einen Tisch in der Nähe. Alejandro brachte uns Essen und Trinken. Als wir alle etwas in der Hand hatten, setze er sich zwischen mir und Patricia und sah uns an.

«Da habt ihr euren Matt!», sagte er lachend und zeigte auf Matt. «Ich weiss, dass ihr euch mit mir verabredet habt, nur an ihn ranzukommen.»

«Das ist sicher nicht deswegen!», protestierten wir halbherzig.

«Nein?» Er lachte schelmisch. «Und wenn es so wäre, hätte ich damit kein Problem.»  

Das lockerte die Stimmung. Wir sahen Alejandro plötzlich mit anderen Augen. Er nahm an, dass wir über ihn am Matt rankommen wollten und ging mit uns trotzdem zu der Party! Was für ein netter Mensch!

Nach einer Weile gingen Donald und Alejandro plötzlich weg. Wir sahen es, dass sie mit Matt Fotos machten.

«Wir dürfen jetzt nicht zu Matt», sagte ich zu Patricia schnell bevor sie zurückkamen. «Wir sind mit Alejandro gekommen. Wir müssen ihm beweisen, dass wir uns nicht nur wegen Matt mit ihm getroffen hatten.»

So war es auch. Wir lachten, machten Fotos und hatten viel Spass mit Alejandro. Auch ohne Matt.

«Was meinst du», sagte Patricia plötzlich zum Alejandro. «Besteht eine Möglichkeit, dass wir ein Foto mit Matt machen?»

«Of course!», sagte Alejandro und sah sich gleich nach Matt um.

Plötzlich sahen wir, dass Simon, der Ehemann von Matt kam und zu Matt etwas sagte. Gleich darauf machten sie sich auf den Weg. Sie gingen an uns vorbei. Alejandro rief seinen Namen, doch die waren sehr in Eile und haben ihn gar nicht gehört.

Etwas später machten auch wir uns auf den Weg.

«Schade, dass wir drinnen nicht richtig reden konnten», sagte ich als es draussen etwas ruhiger wurde.

«Wenn ihr möchtet, können wir uns morgen zum Frühstück treffen», sagte Alejandro.

Klar wollten wir das!

«Ich hole euch ab», sagte er. «Hier ist meine Telefonnummer. Ruft mich an, wenn ihr bereit seid.»

Wir tauschten die Telefonnummer und verabschiedeten uns.  

Auf dem Weg zum Hotel konnten wir unser Glück kaum fassen. Wir hatten etwas erreicht, dass kein Fan von Matt Bomer je erreichen wird. Wir waren an gleicher Party mit ihm! Und wir hatten die Telefonnummer von Alejandro, einem Hollywood Schauspieler. Er wird uns morgen in unserem Hotel abholen. Das war unglaublich. Wir spürten eine tiefe Dankbarkeit Alejandro gegenüber. Ich glaube für mich fing unsere Freundschaft an jenem Abend an.

Doch am nächsten Morgen kam eine SMS von ihm, dass er ein Termin gleich nach dem Frühstück hat und leider nicht kommen kann. Aber am Abend nach der Vorstellung könnten wir zusammen essen gehen, falls wir Zeit haben. Natürlich hatten wir Zeit!

Am Abend sassen wir in der ersten Reihe im Kino. Nach dem Film kamen Matt, Alejandro, der Regisseur, die Produzentin und der Organisator auf der Bühne. Die standen nur einige Meter von uns entfernt. Ich machte unzählige Fotos, während sie Fragen der Fans beantworteten. Als sie nach der Fragerunde nach draussen gingen, kam Alejandro plötzlich auf mich zu. Er nahm meine Hand mit den seinen und entschuldigte sich, dass er am Morgen absagen musste. Er hat noch schnell einen Termin aber wir sollen schon mal irgendwo gehen. Er kommt nach. Zwei Hundert Paar Augen im Kino waren auf uns gerichtet. Mann war ich stolz!

Wir verbrachten einen wunderschönen Abend zusammen. Auch die dritte im Bunde, Eva, war diesmal dabei. Wir gingen mexikanisch essen. Alejandro als Mexikaner wusste was und wie man bestellen muss. Wir lachten viel. Ich wollte ständig Eva, die ledig ist, mit Alejandro verkuppeln. Irgendwann im Verlaufe des Abends wurde der Status «Fans» offiziell in «Freunde» umgewandelt. Wir verabschiedeten uns herzlich. Bald werden wir uns wiedersehen, war abgemacht. Wenn «Papi Chulo» nach Dublin kommt.

Im Februar 2019 war es so weit. «Papi Chulo» kam nach Dublin. Patricia und ich reservierten ein Zimmer im gleichen Hotel wie Alejandro. Wir verbrachten fast die ganze Zeit miteinander. Wenn Alejandro keine Termine hatte, war er mit uns zusammen. Die Freundschaft wuchs. Obwohl er mehrheitlich gewarnt wurde, sich nicht mit Fans einzulassen, stand er zu uns. Er nahm uns sogar nach der Kinovorführung im Auto mit, das ihm samt Chauffeur zur Verfügung stand. Am letzten Tag nahmen wir gemeinsam in unserem Hotel das Frühstück und dann ging jeder seinen Weg: Patricia flog zurück nach Wien, Alejandro nach Glasgow und ich nach Edinburgh.

Bereits einen Tag später meldete sich Alejandro bei mir. Er käme mit Donald und Michael, einem Freund aus Amerika nach Edinburgh. Ob ich Lust habe den Tag mit ihnen zu verbringen. Natürlich hatte ich Lust! Wir verbrachten einen sehr schönen Tag zusammen. Nun hatte ich definitiv einen Freund in Hollywood. Auch Michael und Donald waren sehr nett. Was mir an Alejandro besonders gefiel, er überschritt nie eine Grenze. Egal in welcher Richtung. Er war immer höflich, freundlich, lustig. Er war für jeden Spass zu haben. Irgendwann kam die Frage seiner Kollegen in welcher Beziehung Alejandro und ich stehen.

«Wir sind Freunde», antwortete er.

«Nur Freunde?», fragte Michael. «Wie ist das möglich?»

«Erstens ist Katia verheiratet. Und zweitens, möchten wir die gute Freundschaftliche Beziehung behalten.»

Ich war froh, dass er das auch so sieht. Doch es wurde mir auch bewusst, dass die meisten Menschen diese Freundschaft nicht verstehen werden. Weil wir Mann und Frau sind. Doch ich sehe in Alejandro einen Freund, Bruder. Seit ich seine Familie kennengelernt habe, umso mehr. Das sind so nette Menschen! So ähnlich unseren Menschen vom Balkan. Ich werde nie vergessen, dass er mich und Patricia zu der Papi Chulo Party mitgenommen hat. Er hat uns damit eine Tür geöffnet die für uns sonst nie aufgegangen wäre. Wir haben etwas erlebt, dass man nie vergisst. Er hatte immer zu uns gestanden, auch nachdem man ihn vor den Fans gewarnt hatte. Darum wollte ich unbedingt zu seinem Geburtstag gehen. Ich wollte damit einfach danke sagen. Danke für alles! Danke für die Freundschaft. Schade, dass Patricia wegen dem Corona Virus ihr Flug stornieren musste. Schade, dass ich so schnell wieder wegmusste. Alejandro, Patricia und ich hätten sicher wieder eine Menge Spass miteinander!

My Trip to LA in the Corona era - Part 7 - Alejandro


Day 7+8

Alejandro
 
 
  



And now who is Alejandro Patino? And what do I have to do with him?

Alejandro is a philanthropist - a person who is kind to people. A friend of his once said. You couldn't describe it better. He is an American actor. But I don't want to go into much detail about his career here. You can read about this in Wikipedia at https://en.wikipedia.org/wiki/Alejandro_Patino . I want to describe the person Alejandro.

Everything Alejandro does, he does passionately. He danced when he was young. I saw a ballet performance of him. He moved elegantly with infinite grace. Since I have seen his family dance, I know - the Patinos have dancing in their blood. Alejandro also sings very well and loves to sing. He also plays guitar.

He loves social media. No, he not only loves it, he lives in it. He is omnipresent on Facebook and Instagram; Twitter is only needed for his political messages. He campaigns for the indigenous people, for the workers, for the unions, for his friends who are currently promoting a project. He posts funny, strange, serious or sad things. He often greets his friends personally on Facebook when he sees that they are online. «Good morning! How are you doing?» He is friends with the whole world. Also with my mother, my sister, my niece, my husband. He loves making friends!

As actor, I think he's great. He speaks with his face. What others need several sentences for, he does it with a single facial expression. I am convinced that the reason why he never made the big acting breakthrough was not because of his acting qualities. It was his looks, in my opinion. Alejandro has a typical Mexican face. He is the prototype of a Mexican. Of course, this greatly reduces the range of roles. He can only play the Mexican! And to be honest, such roles are often quite stereotypical.

Alejandro was very lucky when he got the leading role in «Papi Chulo». He also played a Mexican there, but this role was by no means a stereotype. He played Ernesto, a Mexican day laborer who waited daily for temporary jobs in front of a hardware store. One day Sean, a famous LA weather man, took him away. He should paint his terrace. Although Ernesto did not speak English and Sean only spoke a few words of Spanish, friendship soon developed between the two dissimilar men. That was the perfect role for Alejandro! Because he couldn't talk much, he had to show his feelings and thoughts with the expression on his face. And that is his strength! I think the film is great! Also because of the performance of Alejandro.

The role of Sean was played by Matt Bomer, who is known from series such as «White Collar» and «The Last Tycoon», as well as from the film «Magic Mike». At that time, I was a big fan of Matt Bomer. I followed everything about him and already had some contacts with the other fans, among others with his probably biggest fan in the world, Patricia from Vienna. We met in New York when Matt played on the Broadway. We had a very good time together and decided to travel together again when Matt has a public appearance.

We soon heard that he had got a role in a film called «Papi Chulo», together with Alejandro Patino, an American actor with Mexican roots. Because Matt Bomer had 600,000 followers on Twitter, it was almost impossible to be noticed by him. It was all the easier to get in touch with Alejandro Patino. He only had 800 followers and was still dependent on support from the fans. We soon became friends on Twitter, Instagram and Facebook. I admit it, in the beginning it was pure calculation. We hoped to get closer to Matt through Alejandro when we travel to the premiere. But the longer we communicated via social media, the more we liked not only the actor Alejandro, but also the person. When it became known that «Papi Chulo» would be shown at a festival in London, Patricia and I started planning our trip. We asked Alejandro if he would have a drink with us in London and he agreed. Man, we were proud! We had an appointment with a Hollywood actor! One who even knew Matt very well. He became a bridge between us and Matt.

On the day of the premiere, several hundred fans were waiting for the actors in front of the cinema. Most were waiting for Matt Bomer. Patricia and I were also looking for Alejandro. Suddenly he came across the square on foot. He was not really noticed, in contrast to Matt, who could not save himself from fans. He recognized us immediately.

«Ah, you are Patricia! And you Katia!» He cried with delight.

We took photos and exchanged a few words. In the meantime, the other «Papi Chulo» fans have also discovered him and it started with selfies and autographs.

«I'll see you after the cinema,» he said to us before we headed towards Matt, who was just walking across the square. «Wait here. I'll pick you up. «

I wasn't sure until the end if he really came. But he came. He hugged me and Patricia and walked with us through the entire fan base, which was still tumbling on the square. Eva, another fan of Matt from Holland, who came to London with us, was just gone. Because we didn't know where she was, we went without her. Alejandro was not alone. He had Donald with him, a friend he knew from LA and who now lived in London.

«So girls,» Alejandro asked us. «Where do you want to go?»

«I don't know,» I replied. «Are you hungry? Or are we just going to have a drink? »

«I want to eat something,» he said.

We were just walking past a large bar. There seemed to be a lot going on there.

«Shall we go in here?» He said.

«OK. Why not?»

Security stopped us at the door.

«To the Papi Chulo Party,» Alejandro said to the man. He let us through - all four.

Alejandro went ahead, then Donald and at the end Patricia and I.

«Did you hear that?» I whispered in Patricia's ear. «He takes us to the Papi Chulo Party!»

Our wildest dream came true! We'll be at the after party of our film. Together with Matt and Alejandro, the main actors. We could hardly believe our luck. When we got to the first floor, we immediately saw Matt. He was deep in conversation with someone. We sat down at a table nearby. Alejandro brought us food and drink. When we all had something in hand, he sat between me and Patricia and looked at us.

«Now, here you have your Matt!» He said with a laugh and pointed to Matt. «I know you have an appointment with me just because of him.»

«That is certainly not why!» We protested halfheartedly.

«No?» He laughed impishly. «And if it were, I wouldn't have a problem with it.»

That eased the mood. We suddenly saw Alejandro with different eyes. He assumed that we wanted to contact Matt through him and still went to the party with us! What a nice person! After a while Donald and Alejandro suddenly left. We saw them take pictures with Matt.

«We can't go to Matt now», I said to Patricia quickly before they came back. «We came with Alejandro. We have to prove to him that we didn't just meet with him about Matt. »

So it was. We laughed, took photos and had a lot of fun with Alejandro. Even without Matt. «What do you mean», Patricia suddenly said to Alejandro. «Is there any way we can take a picture with Matt?»

«Of course!» Said Alejandro and looked around for Matt. We saw Simon, Matt's husband, come and say something to Matt. They soon set off. When they passed us Alejandro called his name, but he was in a hurry and didn't hear him. A little later, we also set off.

«It's a shame that we couldn't really speak inside», I said when it got a little quieter outside. It was very loud in the bar.

«If you like, we can meet for breakfast tomorrow», said Alejandro.

Of course, we wanted that!

«I'll pick you up», he said. «Here is my phone number. Call me when you're ready. »

We exchanged the phone number and said goodbye. We could hardly believe our luck on the way to the hotel. We had achieved something that no Matt Bomer fan will ever achieve. We were at the same party with him! And we had the phone number of Alejandro, a Hollywood actor. He'll pick us up at our hotel tomorrow. That was incredible. We felt a deep gratitude to Alejandro. I think for me our friendship started that evening.

But the next morning we got a text message that he had an appointment right after breakfast and unfortunately couldn't come. But in the evening after the show, we could go out for dinner if we have time.

Of course, we had time!

In the evening we sat in the front row in the cinema. After the film, Matt, Alejandro, the director, the producer and the organizer came on stage. They were only a few meters away from us. I took countless photos while answering questions from fans. When they went outside afterwards, Alejandro suddenly came up to me. He took my hand with his and apologized that he had to cancel in the morning. He had an appointment now but we should go somewhere. He will come later. The whole cinema was watching us. Man i was proud!

We spent a wonderful evening together. The third in the group, Eva, was there this time. We went to eat Mexican food. Alejandro as a Mexican knew what and how to order. We laughed much. I always wanted to couple Eva, who is single, with Alejandro. At some point during the evening, the status «fans» was officially converted into «friends». We said goodbye very warmly. We'll see each other soon, it was agreed. When «Papi Chulo» comes to Dublin.

In February 2019 the time had come. «Papi Chulo» came to Dublin. Patricia and I reserved a room in the same hotel as Alejandro. We spent most of the time together. If Alejandro had no appointments, he was with us. Friendship grew. Although he was mostly warned not to get involved with fans, he stood by us. He even took us in the car after the cinema screening, which was available to him, including the chauffeur. On the last day we had breakfast together in our hotel and then everyone went their own way: Patricia flew back to Vienna, Alejandro to Glasgow and I to Edinburgh.

Alejandro contacted me just a day later. He would come to Edinburgh with Donald and Michael, a friend from America. If I want to spend the day with them. We spent a very nice day together. Now I could definitely say that I have a friend in Hollywood. Michael and Donald were also very nice. What I particularly liked about Alejandro was that he never crossed the line. No matter in which direction. He was always polite, friendly, funny. At some point his colleagues asked him what relationship Alejandro and I had.

«We are friends», he replied. «Just friends? » Asked Michael. «How is that possible? »

«First of all, Katia is married. Secondly, we don't want to destroy the good friendship we have. »

I was glad that he saw it that way too. But I also realized that most people will not understand this kind of friendship. Because we are man and woman. But I see a friend in Alejandro, brother. Ever since I met his family, all the more. They are so nice people! Something similar to our people from the Balkans. I will never forget that he took me and Patricia to the «Papi Chulo» party. He opened a door for us that would otherwise never have opened for us. We have experienced something that you will never forget. He had always stood by us, even after being warned of the fans. So I really wanted to go to his birthday. I just wanted to say thank you. Thank you for everything! Thanks for the friendship. It's a shame that Patricia had to cancel her flight because of the Corona Virus. It's a shame that I had to leave so quickly. Alejandro, Patricia and I would have a lot of fun together again!

 

Sonntag, 22. März 2020

Mein Trip nach LA in der Corona Zeit - Teil 6


Tag 6

 

Am nächsten Mittag, es war Sonntag, 15. März, bezahlte ich die Hotelrechnung und liess mir ein Taxi bestellen. Ich wollte so schnell wie möglich zum Flughafen kommen. Falls plötzlich eine Ausgehsperre verhängt würde. Inzwischen wusste ich, dass Trump sehr schnell handeln kann. Als ich das Hotel verliess, strahlte mich die berühmte Kalifonische Sonne zum ersten Mal, seit ich da war.  Was für eine Ungerechtigkeit, dachte ich. Jetzt scheint sie, wenn ich weggehen muss.  Auf dem Weg zum Flughafen sprach weder der Taxifahrer noch ich ein Wort. Plötzlich sah ich das Schild «Bewerly Hills». Ich sah durch das Fenster. Hohe Palmen säumten die Strasse, hinter den wunderschönen Vorgärten, reihten sich Villen.  Trotz Corona waren immer noch viele Leute mit dem Fahrrad oder zu Fuss unterwegs. Ich fühlte mich traurig und niedergeschlagen.  Ich wollte so vieles in LA sehen! Doch ich erhaschte nur diesen flüchtigen Augenblick und war bereits auf dem Weg nach Hause. Nach drei Tagen!

Am Flughafen herrsche kein Chaos wie ich es erwartet hatte. Business as usual, obwohl auffällig viele Leute mit Masken herumliefen – nicht nur die Asiaten. Überall gab es Stellen wo man Hände desinfizieren konnte. Die Flughafenangestellte sahen wie immer aus. Sie trugen weder Gesichtsmasken noch Handschuhe. Rasch passierte ich das Check-In und die Sicherheitskontrolle. Um 13:30 Uhr sass ich bereits in einem Restaurant und ass zu Mittag. Ich liess mir Zeit, es gab noch 4 Stunden zum totschlagen. Aber so richtig geniessen konnte ich das Essen nicht. Die Angst sass die ganze Zeit im Nacken: Wird mein Flug doch noch im letzten Augenblick gecancelt? Ich wollte auf keinen Fall im LA bleiben. Jetzt wo ich im Reisemodus war, wollte ich nur noch nach Hause.

Der Flug verlief wunderbar, es war ein ganz neues, modernes Flugzeug. Ich glaube es war Boing 737. Ich sass gleich hinter der Business Klasse, vor mir war die Wand, links von mir sass niemand, in der ganzen Reihe. Die Sitze waren breiter als normal. Es waren bessere Plätze die man zusätzlich bezahlen musste.

Wir erreichten London am nächsten Mittag, Lokalzeit. Sehr viele Menschen trugen Gesichtsmasken. Per Lautsprecher wurde man ständig erinnert, die Hände zu waschen und sich nicht ins Gesicht zu fassen.  Es gab überall Stellen wo man Hände desinfizieren konnte. Aber sonst war alles normal. Auch hier musste ich 5 Stunden warten bis es weiter ging. Die meiste Zeit verbrachte ich in den Sozialen Medien. Immer mit dem Damoklesschwert über dem Kopf, ob der Flug gecancelt wird.

Um 18 Uhr durften wir endlich einsteigen. Ich konnte bei meiner Buchung keinen besseren Platz ergattern. Ich bekam den zweitletzten Platz. Die Maschine war klein und überfüllt. Überall wurde gehustet oder geniesst. Fast jeder zweite trug eine Gesichtsmaske. Von «Social Distancing» keine Rede. Wie sollte es auch? Leute sassen dicht gedrängt, wie Sardinen in der Konserve. Und jeder wahr froh, noch rechtzeitig geschafft zu haben. Ich stellte mich schlafend, nahm weder den Snack noch das Getränk das angeboten wurde.

Nach etwas mehr als einer Stunde landeten wir in Zürich. Ich war in der Schweiz! Jetzt konnte nichts mehr schief gehen. Ich erwischte sofort einen Zug nach Luzern. In meinem Wagon war ich der einzige Passagier. Irgendwann kam die Meldung, dass die Billette wegen der Ausbreitung des Corona Viruses nicht mehr kontrolliert werden. Ich fühlte mich angekommen – mitten in der Apokalypse. In diesem Augenblick wurde mir klar warum ich eigentlich nach LA geflogen bin, obwohl ab nächstem Tag der Flugverkehr eingestellt werden sollte. Nicht nur wegen des Geburtstags von Alejandro. Es war eine Flucht. Flucht aus der Corona Panik die in der Schweiz herrschte. Ich dachte, dass in Amerika noch lange nicht so weit sein würde wie bei uns. Doch ich habe mich getäuscht. Das Virus ist schneller als ich um die Welt gegangen. Ich war nun zurück und es war immer noch da – das Virus, die Panik, das Gefühl der Apokalypse.

Doch die Reise hatte auch etwas Gutes. Ich habe tolle Menschen kennengelernt. Menschen bei denen ich mich zu Hause gefühlt hatte. Den temperamentvollen Vater von Alejandro, der wunderschön singen kann.  Seine freundliche Tante, die die besten Tortillas mit Zimt macht. Seine 4 Schwestern, den Bruder und die Nichten und Neffen die eine wunderbare Party in einem wunderschönen Haus organisiert hatten. Auch einige Freunde von Alejandro wurden zu meinen Freunden. So angesehen hat sich die Reise gelohnt. Danke Alejandro, mein Freund, dass du mich mit diesen tollen Menschen zusammengebracht hast.  

Ach ja! Ich habe im Teil 1 versprochen zu erzählen wer Alejandro ist und wie unsere Freundschaft zu Stande kam. Das werde ich euch morgen erzählen…

My Trip to LA in Corona era - Part 6


Day 6

 

The next noon, it was Sunday, March 15th, I paid the hotel bill and ordered a taxi. I wanted to get to the airport as soon as possible. If suddenly everything was closed. I now knew that Trump could act very quickly. When I left the hotel, the famous California sun shone for the first time since I was there. What an injustice, I thought. Now it shines when I have to go. Neither the taxi driver nor I said a word on the way to the airport. Suddenly I saw the sign "Bewerly Hills". I looked through the window. Tall palm trees lined the street, behind the beautiful front gardens, villas were lined up. Despite Corona, many people still went by bike or on foot. I felt sad and depressed. I wanted to see so much in LA! But I only caught this fleeting moment of LA beauty and was already on my way home. After three days!

There was no chaos at the airport as I expected. Business as usual, although a conspicuously large number of people were walking around with masks - not just the Asians. There were a lot of places where you could disinfect hands. The airport employees looked like always. They weren't wearing face masks or gloves. I quickly passed the check-in and security check. At 1:30 p.m. I was already sitting in a restaurant and having lunch. I took my time, there were 4 hours until my departure. But I couldn't really enjoy the food. Fear was on my neck all the time: will my flight be canceled at the last moment? I definitely didn't want to stay in LA. Now that I was in travel mode, I just wanted to go home.

The flight was wonderful, it was a brand new, modern airplane. I think it was Boing 737. I was sitting right behind the business class, in front of me was the wall, to my left nobody was sitting in the whole row. The seats were wider than normal. There were better places that you had to pay extra.

We reached London the next noon, local time. Many people wore face masks. The loudspeaker constantly reminded you to wash your hands and not to touch your face. There were also places where you could disinfect your hands. But otherwise everything was normal. Again I had to wait 5 hours for the trip to continue. I spent most of my time on social media. Always with the Damocles sword over my head, whether the flight is canceled.

At 6 p.m. was finally boarding time. I couldn't get a better seat when I booked. I got one of the last seats. The machine was small and crowded. Everywhere someone coughed or sneezed. Almost every second person wore a face mask. There was no talk of “social distancing”. How should it be? People sat crowded like canned sardines. I pretended to be asleep, did not take the snack or drink that was offered.

After a little over an hour we landed in Zurich. I was in Switzerland! Nothing could go wrong now. I immediately caught a train to Lucerne. I was the only passenger. At some point the message came that the tickets are no longer checked because of the spread of the Corona Virus. I was arrived - in the middle of the apocalypse. At that moment I realized why I actually flew to LA, even though air traffic should be stopped the next day. Not only because of Alejandro's birthday. It was an escape. Escape from the Corona panic that prevailed in Switzerland. I thought that the virus would not arrive in America so quickly. But I was wrong. The virus went around the world faster than me. I was back now and it was still there - the virus, the panic, the feeling of the apocalypse.

But the trip also had something good. I met great people. People I felt at home with. The spirited father of Alejandro who can sing beautifully. His friendly aunt who makes the best tortillas with cinnamon. His 4 sisters, the brother and the nieces and nephews who had organized a wonderful party in a beautiful house. Some friends of Alejandro also became my friends. Viewed in this way, the trip was worth it. Thank you, Alejandro, my friend, for bringing me together with these great people.

I have not forgotten: in part 1 I promised to tell who Alejandro is and how our friendship came about. I'll tell you that tomorrow ...

Samstag, 21. März 2020

My Trip to LA in the Corona era - Part 5


Day 5



It was cool outside. Even so, most of the guests were still in the garden. Some danced, the others warmed up under the heat lamps. In the meantime, table groups had formed. I had danced enough and knew no one so well just to sit down with someone. I didn't want to disturb Alejandro because he was busy courting an old flame from his youth. So I went to the kitchen.

The kitchen was a place where the family meet. I sit down at the big table. Soon someone spoke to me and I didn't feel so alone anymore. The person I was talking to wanted to know how long I would stay. I told him that I was flying back on Tuesday even though I wanted to stay 10 more days.

«Then how do you fly back? Europe is completely closed! », He said."I know," I replied. «That's why I changed my flight. I fly to London and from there to Zurich. »

«I just heard that Trump has now declared England and Ireland a restricted area. »

This was the first time that I got scared. Everything that I had displaced so far was so obviously in front of me that I could no longer look away. I quickly looked at my cell phone. Yes, that was true. London was also closed. From Monday. Now it was Saturday. My existing ticket was for Tuesday. I had to act quickly. Unfortunately, I was 3 hours by car from Los Angeles and couldn’t drive back until tomorrow. The attempt to rebook my flight from Tuesday to Sunday failed. It didn't go online. My English was not good enough to call the hotline. I went looking for Alejandro. He was still with the same woman. Probably something was looming. But I couldn't be considerate of them. I was beginning to panic. Alejandro and I looked for a quiet place in the house. I explained the situation to him. He called the hotline. We got into the queue - waiting time 2 hours.

«Book a new flight while you get one, » he said. «You can cancel the existing one later. »

That was good advice. I got a ticket to London for the next day at 6:30 p.m. There were still flights to Zurich from London. At twice the price, of course. But I didn't care. I wanted to do everything to get home as quickly as possible. Even if I hadn't gotten a flight to Zurich, I would still have flown to London. When you are over the ocean, you are almost at home. In the worst case, my husband could fetch me by car.

«But how do I get to LA now? » I asked Alejandro.

«I'm driving you, » he said with absolute certainty.

«I cannot accept that. This is your birthday party», I replied. «You can't get out of here. It's only 10 p.m. »

«Of course, I can. », he said.

I didn't like that at all, but I saw no other option and accepted his offer. We quickly said goodbye to the family and I packed my bag. At half past ten we drove in the car towards Los Angeles. Without a rush hour, the journey only took an hour and a half.

We said goodbye with a fleeting hug. Corona had me completely under control again. I felt bad because he had to leave his birthday party because of me. Apart from a big thank you and a «I'm sorry», nothing came to my mind more wisely. He went to Perris again to help his sisters clean up the next day. But he wanted to come back to drive me to the airport. I declined the offer. I wanted to take the taxi.

I quickly packed my bags, although I could stay in the hotel until the afternoon, I wanted to be ready. If something came up and I had to go earlier. My cell phone was running hot. All relatives and friends wanted to know how I was doing and whether I was stuck somewhere. That made me very nervous. The fear grew. Will i reach my house? Or do I end up in a quarantine somewhere on the way?

The only consolation was Alejandro's offer he made me on the way to LA.

«If the flight is not possible, I'll drive you to Mexico by car, » he said. «So far there has been one Corona case. From there you can still fly anywhere. »

Thank you  Alejandro for this generous offer! That helped me alot. Having a plan B is for me always very comforting. I hope I will be able to return the favor to you someday, dear friend.

To be continued…

Mein Trip nach LA in der Corona Zeit - Teil 5

 
Tag 5

 

Draussen war es kühl geworden. Trotzdem sassen die meisten Gäste immer noch im Garten. Die einen tanzten, die anderen wärmten sich unter den Wärmelampen. Inzwischen hatten sich Tischgruppen gebildet. Ich hatte genug getanzt und kannte auch niemanden so gut, um mich einfach zu jemanden hinzusetzen. Alejandro wollte ich nicht stören, da er beschäftigt war einer alten Flamme aus seiner Jugend den Hof zu machen. So ging ich in die Küche.
Die Küche war ein Ort an dem sich die Familie traf zu der ich mich hingezogen fühlte. Ich setze mich an den grossen Tisch. Bald sprach mich jemand an und schon fühlte ich mich nicht mehr so alleine. Mein Gesprächspartner wollte wissen wie lange ich noch bleibe. Ich erzählte ihm, dass ich bereits am Dienstag zurückfliege, obwohl ich noch 10 Tage bleiben wollte.
«Wie fliegst du dann zurück? Europa ist komplett zu!», sagte er.
«Ich weiss», antwortete ich. «Deshalb habe ich meinen Flug umgebucht. Ich fliege nach London und von dort aus nach Zürich.»
«Ich habe gerade gehört, dass Trump nun auch England und Irland zum Sperrgebiet erklärt hat.»
In diesem Augenblick kriegte ich es zum ersten Mal mit der Angst zu tun. Alles was ich bisher verdrängt hatte, stand so offensichtlich vor mir, dass ich nicht mehr wegschauen konnte. Ich schaute schnell auf meinem Handy. Ja, das stimmte. Auch London war zu. Ab Montag. Jetzt hatten wir Samstag. Mein bestehendes Ticket war für Dienstag. Ich musste schnell handeln. Leider war ich 3 Autostunden von Los Angeles entfernt und konnte erst morgen wieder zurückfahren. Der Versuch meinen Flug von Dienstag auf Sonntag umzubuchen scheiterte. Online ging es nicht. Mein Englisch reichte nicht für eine telefonische Umbuchung. Ich machte mich auf die suchte nach Alejandro. Er war immer noch mit der gleichen Frau zusammen.  Vermutlich bahnte sich da was an. Aber ich konnte keine Rücksicht auf sie nehmen. Ich bekam es langsam mit der Panik zu tun. Alejandro und ich suchten ein ruhiges Plätzchen im Haus. Ich erklärte ihm die Situation. Er rief für mich die Umbuchungsstelle an. Wir kamen in die Warteschlaufe – Wartezeit 2 Stunden.
«Buch du doch einen neuen Flug, solange du noch einen kriegst», sagte er. «Den bestehenden kannst später stornieren.»
Das war ein guter Rat. Ich bekam ein Ticket nach London für den nächsten Tag um 18.30 Uhr. Von London aus gab es immer noch Flüge nach Zürich. Zum doppelten Preis, natürlich. Doch das war mir egal. So wie ich mit allen Mitteln durchgekämpft hatte nach LA zu kommen, setzte ich jetzt alles in Bewegung um wieder nach Hause zu kommen. Auch wenn ich kein Flug nach Zürich bekommen hätte, wäre ich trotzdem nach London geflogen. Wenn man über den Ozean ist, ist man schon fast zu Hause. Schlimmstenfalls könnte mich mein Mann mit dem Auto holen.
«Doch wie komme ich jetzt nach LA?», fragte ich Alejandro.
«Ich fahre dich», sagte er mit einer absoluten Selbstverständlichkeit.
«Das kann ich nicht annehmen. Das ist deine Geburtstagsparty», antwortete ich. «Du kannst da nicht weg. Es ist erst 22 Uhr.»
«Doch, das kann ich.»
Mir war das überhaupt nicht recht, aber ich sah keine andere Möglichkeit und nahm sein Angebot an. Wir verabschiedeten uns schnell von der Familie und ich packte meine Sachen. Um halb elf fuhren wir bereits im Auto Richtung Los Angeles.  Ohne Rushhour dauerte die Fahrt nur anderthalb Stunden.
Wir verabschiedeten uns mit einer flüchtigen Umarmung. Corona hatte mich wieder völlig im Griff. Ich fühlte mich schlecht, weil er wegen mir seine Geburtstags-Party verlassen musste. Ausser einem grossen Dankeschön, und einem «Es tut mir leid» kam mir nichts gescheiter in den Sinn zu sagen. Er  fuhr nochmals nach Perris, um seinen Schwestern am nächsten Tag beim Aufräumen helfen zu können. Doch er wollte nochmals zurückkommen, um mich zum Flughafen zu fahren. Ich lehnte das Angebot ab. Ich wollte das Taxi nehmen.
Schnell packte ich meine Sachen, obwohl ich noch bis am Nachmittag im Hotel bleiben konnte, wollte ich parat sein. Falls etwas dazwischen käme und ich früher gehen müsste. Mein Handy lief heiss. Alle Verwandte und Bekannte wollten wissen wie es mir geht und ob ich irgendwo feststecke. Das machte mich ganz nervös. Die Angst wuchs. Werde ich es bis nach Hause schaffen? Oder lande ich in eine Quarantäne irgendwo unterwegs? Der einzige Trost war das Angebot von Alejandro, das er mir auf dem Weg nach LA gemacht hatte.
«Falls alle Stricke reissen, fahre ich dich mit dem Auto nach Mexico», sagte er. «Dort hat es bis jetzt einen einzigen Corona Fall gehabt. Von dort aus kann man noch überall fliegen.»
Danke Alejandro für dieses grosszügige Angebot! Das hat mir sehr geholfen. Einen Plan B zu haben ist immer sehr beruhigend.  Ich hoffe, ich werde mich irgendwann bei dir revanchieren können, lieber Freund.
Fortsetzung folgt…
 

 

 


 
 

Freitag, 20. März 2020

My Trip to LA in the Corona era - Part 4



Day 4

 

I had hardly slept that night either. For a while I tried to go back to sleep. Without success. I lit the light and got my cell phone. Alejandro was already online. He probably couldn't sleep because he had given me his bedroom. For a while we liked each other on Instagram and Facebook. What a weird world we live in, I thought. We were in the same house and neither of us could sleep. But we both stared at our cell phones instead of getting up, going to the kitchen, making a coffee, and talking.

I waited until 8 a.m. before going into the living area. I didn't want to be the first. But the family was already watching TV when I came in. Alejandro's aunt got up immediately and went to the stove. Soon she made very fine tortillas with cinnamon for us. There was also coffee with milk and fine cookies. I felt like I was back in the years when my grandmother was still alive and I was visiting her. Basically, Mexicans are just as hospitable as ex-Yugoslavs. The aunt cooked for us and the father talked to me about God and the world. Not about Corona. Although the virus was constantly reported on television, no one listened to it. The Patinos lived in their own world.

Juan Patino is an exceptional person. Happy, funny, intelligent and still spirited at 85. He used to travel a lot, so he was open and interested in new things. He knew a lot to tell. He was also the first person I met abroad who did not associate Switzerland with chocolate or banks. He connected Switzerland with the cows. He knew exactly what a Swiss cow should look like. He would like to see Switzerland and Holland at some point.

Senor Patino loves music. He passionately sings karaoke. After breakfast, he switched on a huge music system and brought a box with several microphones. He meticulously chose the right one and set up the television so that he could see the text there. From the bottom of his soul he sang melancholy Mexican songs about love, loneliness and death. I listened to him spellbound and wished I had such a father once. I envied Alejandro for him - not just for him, but also for the whole family. What cohesion! I thought it was a shame that I had to leave soon.

I forgot to say that the morning I was unable to sleep, I had already booked a return flight to Switzerland for the next Tuesday, March 17th. I actually wanted to stay until the 28th. I had to book a flight via London because Swiss was no longer allowed to fly to the USA. England and Ireland did not rate President Trump as dangerous as the rest of Europe. I wasn't worried at this point. I was just sad that my long-awaited vacation had fallen into the water.

Papa Juan made burritos for us for lunch. These were my first real burritos. I loved them immediately. A little later, Alejandro's sister came with her husband. Very personable people. We talked in a fluent mix of Spanish and English. Alejandro told me that the people who were supposed to drive me back to LA after the party had canceled because of the flu. It looked like I should stay at the Patinos for another night. I didn't mind. On the contrary. I was looking forward to it.

After lunchtime, we all dressed up and walked across the street together. Alejandro's sisters and nieces did a great job! Everything was decorated in a Hollywood style, with a lot of shine and glamor. There was a red carpet where you could take pictures with Alejandro and a walk of fame with the most important films in which he had played.

The rain stopped for the party. The guests could take a walk through the beautiful, large garden and the children could play in the playground. We were barely a quarter of an hour away when I heard Papa Juan already singing karaoke. The guests came little by little. An illustrious group of Americans with Latin roots. Most spoke in English, although a few Spanish words kept coming up. The party really started towards evening. At least for the women. We stood in a circle and danced, each individually. But again and again one had to go in the middle and perform a solo number, cheered on by the others. Papa Juan soon joined us. He looked stunning in his impeccable dark suit and elegant hat. He danced slowly but in rhythm, cheered on by women of all ages. You could see how much he loved to dance. His whole body danced with it. I danced all the time. The advantage of dancing was that you didn't freeze. It was getting cool outside now.

And what did my Social Distancing project mean? Impossible! At the beginning I tried not to shake hands with the people I had met, of course always relying on Corona. Most, like Alejandro, thought everything was panic-making. They kissed and hugged without hesitation. Not even 85-year-old Juan Patino was spared. At some point I gave up too. It was impossible to distance yourself without making a fool of yourself. I banished Corona from my thoughts and enjoyed the party to the fullest. And it was fine like that.

To be continued…